Gedanken

Es muss nicht immer „ein Pokal“ sein

Ich wollte immer etwas Besonders erschaffen und schaffen, der Erfolg gab mir auch immer wieder Recht, ob im beruflichen Feld oder bei diversen privaten Aktivitäten. Zahlreiche Ziele habe ich immer wieder bravourös erreicht – aber mit den Jahren wurde der Preis hinsichtlich Kraftverlust merkbar höher und die Freude daran immer weniger spürbar.  

Warum war mir das immer so wichtig? Wozu?

Welcher Mangel liegt diesem Heischen nach Wertschätzung durch das Außen zugrunde?

Eine Frage meines Mannes brachte mich zum Nachdenken: “Claudia, muss es immer ein Pokal sein?”

Dieses permanente gefallen wollen, erfolgreich sein, beklatscht werden, Kraftverlust wegdrücken, ist keine dauerhaft gesunde Nahrung – und verlangt einen hohen Einsatz – es treibt einen weg von der Verbindung zu sich selbst und seiner Bestimmung, die intuitive Stimme wird leise oder verstummt gar, der innere Kompass wird unverlässlich.

Erfolge gebührend zu feiern ist wunderbar und wichtig – aber der Wert bemisst sich auch an der Qualität eines Weges, eines Prozesses – allein der Applaus von außen kann nie der Leitfaden, die Qualität einer Aktivität bewerten.

Zutiefst eigenehrlich betrachtet war diese starke Außenorientierung, das „gefallen wollen“ oft mit Fremdbestimmung und Abhängigkeit verknüpft.

Wenn man im Mangel ist, dann hat diese Anerkennung von außen die Energiequalität von „junk food“, es nährt nicht in der nachhaltigen fülligen Qualität, wie es ein warmer, energiereicher selbst zubereiteter Porridge vermag. Es fehlt etwas. Schleichender Kraftverlust ist die Folge.

Anerkennung kann eine wunderbare Begleitmusik sein, motivierend und stärkend. Aber sie alleine vermag nicht mein ehrliches hinsehen auf mich selbst, mein hin spüren zu meinen Bedürfnissen, mein zu mir stehen und meine verlässliche Intuition – gestärkt durch achtsame Selbstfürsorge – zu ersetzen.

Von dort kommt nämlich die wahre Kraft, meine Lebensmelodie.

Um sie zu hören, muss man erst einmal still werden.

Kennst du diese Thematik oder hast du dir auch schon folgende Fragen gestellt?

Welche Rollen spiele ich wozu?

Wer bin ich, wenn ich nicht in einer meiner Rollen „unterwegs“ bin?

Wann und wozu verbiege ich mich – verlasse ich meinen Weg?

Wie wichtig ist das Außen, die Anerkennung durch jenes für mich?

Gebe ich mir und meinen Bedürfnissen genügend Aufmerksamkeit?

Wie steht es um meinen Selbstwert?

Fühlst du dich in deiner Kraft oder kämpfst du mit Kraftverlust?

Was hörst du, wenn es still wird?

Ich freue mich auf deine Nachricht.

 

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