Hüterin des Lichts
Ein Leuchtturm strahlt für mich Klarheit aus und erinnert mich daran, gut geerdet zu sein, und dabei nicht zu erstarren. Er strahlt von innen. Er muss sich nicht erklären, er ist präsent – indem er ist, wer er ist. Er erfüllt seine Bestimmung. Seine Aufgabe wird nicht infrage gestellt, und auch er selbst zweifelt nicht an ihr.
Im Rhythmus von Wind und Gezeiten
Ein Leuchtturm steht dort, wo Weite in Fülle vorhanden ist. Er atmet die frische Brise und blickt hinaus auf das Meer, wo die Sterne nach und nach am Horizont ins Wasser zu purzeln scheinen.
Auf natürliche Weise schwingt er im Rhythmus der Gezeiten, atmet mit den Winden und plaudert mit den Möwen. Den vorbeiziehenden Schiffen gibt er sicheres Geleit. Er spielt mit den Wellen, indem er sie bei Flut liebevoll umarmt und sie wieder loslässt, wenn die Ebbe es fordert und der Mond ruft. So schwingt er im Takt. Wenn sich die Sonne ins Meer schmiegt, übernimmt er das Licht, bewegt es im Kreis – beständig und verlässlich wandert es über das Meer, durchdringt die Schwärze, und lässt sich nicht aufhalten.
Gemeinsam mit den Gestirnen schenkt er Orientierung auf den nächtlichen Wasserwegen – bis hinein in die Morgendämmerung. Sein verblassendes Licht übergibt an die Sonne, und zieht sich gähnend in den Turm zurück, bis ihn das Abendrot wieder behutsam weckt.
Dem eigenen Leuchten vertrauen
Ein Leuchtturm gibt Orientierung und ist sich seiner Kraft bewusst – er ist kein starres Gebilde – die Dynamik erfolgt über sein Strahlen und das Licht zu bewegen.
Am 30.12.2025 (siebenter Rauhnachtstag) ist dieses Motiv zum ersten Mal in mir aufgetaucht. Damals entstand das Bild Leuchttürme des Lebens. Im vergangenen Urlaub habe ich die Leuchttürme an der Küste der Halbinsel Cotentin bestiegen und bewundert. Ich trinke meinen Morgenkaffee aus einer Leuchtturm-Tasse, und ein kleiner Leuchtturm im Garten beginnt zu strahlen, sobald die Sonne untergeht. Offenbar begleiten mich Leuchttürme auf vielerlei Weise.





